5 Dinge, die ich bei einer geerbten Immobilie zuerst klären würde


Seit dem letzten Text hat sich in der Wohnung selbst erstmal nicht viel bewegt — der Boden ist verlegt, und dann stand alles wieder still. Nicht, weil ich nichts getan hätte, sondern weil meine Wohnung an einem viel größeren Projekt hängt, das ich nicht allein steuere: Das ganze Haus bekommt gerade eine neue Wasserversorgung. Legionellen, ein Duschverbot, das seit Monaten läuft, keine Fernwärme möglich — die Eigentümergemeinschaft saniert Heizung, Warmwasser und Elektrik komplett neu. Erst jetzt, im Mai, wurden die Handwerker für Elektro, Durchlauferhitzer und Malerarbeiten endlich vergeben.

Das heißt: Bevor in meiner Wohnung überhaupt weitergehen kann, müssen erst Elektriker neue Zählerschränke bauen, Leitungen durchs ganze Treppenhaus verlegen, dann kommt der Installateur mit den Durchlauferhitzern, danach erst der Maler. Ich habe keinen Einfluss auf das Tempo — ich kann nur warten, bis die Gewerke bei mir ankommen.

Leeres Zimmer mit frisch verlegtem Holzboden, altem Heizkörper und Fenster während der Wohnungssanierung in Nürnberg

Das war für mich noch mal ein Lehrstück fürs Thema Immobilie: Manchmal liegt eine Verzögerung nicht an dir selbst, sondern an etwas, das du dir nicht ausgesucht hast und trotzdem mittragen musst.

Gleichzeitig habe ich in den letzten Wochen wieder viel über Banja Luka nachgedacht. Über das, was ich damals nicht wusste, als das Haus plötzlich meins war. Über die Dinge, die ich mir gewünscht hätte, früher zu klären, bevor sich Jahre draufgelegt haben.

Ich bin keine Anwältin und keine Steuerberaterin, und dieser Text ersetzt keine von beiden. Aber ich habe eine Immobilie geerbt, eine geschenkt bekommen und arbeite gerade an einer dritten.

Das hier sind fünf Dinge, die ich mir selbst früher gesagt hätte, wenn ich gekonnt hätte.

Klär die Eigentumsverhältnisse, bevor du irgendwas anderes tust

Bei mir war es über die Jahre unübersichtlich: erst der Anteil meines Vaters, dann der Anteil meiner Mutter, die ihn mir später geschenkt hat. Bevor überhaupt eine Vermietung, Sanierung oder ein Verkauf infrage kommt, muss auf dem Papier eindeutig sein, wem was gehört. Grundbuch, Erbschein, alle Anteile — lieber einmal zu genau nachfragen, als später mit offenen Fragen dazustehen.

Sieh dir den echten Zustand an, nicht den, den du in Erinnerung hast

Häuser verändern sich, wenn niemand hinschaut. Der Garten, an den ich mich erinnere, ist nicht der Garten, der heute dort steht. Es tut weh, das ehrlich anzuschauen, aber es hilft nichts, sich das Haus schönzureden. Und „echter Zustand“ heißt nicht nur Mauern und Garten — dazu gehört auch, ehrlich zu sehen, wovon deine Immobilie sonst noch abhängt: von einer Eigentümergemeinschaft, einer Hausverwaltung, Nachbarn, Handwerkern.

Sprich mit den Nachbarn — auch wenn es unangenehm ist

Ich hatte über die Jahre Ärger mit Nachbarn, den ich mir hätte ersparen können, wenn ich früher und direkter das Gespräch gesucht hätte. Wer aus der Ferne verwaltet, ist auf gute Beziehungen vor Ort angewiesen. Ein kurzer Besuch, ein Anruf, eine Nachricht — das kostet wenig und kann später viel wert sein.

Mach dir ein ehrliches Bild vom Budget — und plane mehr ein, als du denkst

Sanierung, Instandhaltung, Steuern, kleine Reparaturen, die sich anhäufen: Bei mir sind die Kosten über die Jahre gestiegen, ohne dass ich es richtig verfolgt habe. Ich hätte mir von Anfang an eine einfache Übersicht angelegt, was reinkommt und rausgeht — und mehr Puffer eingeplant, als ich für nötig hielt.

Triff eine Entscheidung, auch wenn sie noch nicht perfekt ist

Das war mein größter Fehler: Ich habe jahrelang nicht verkauft, weil es sich falsch anfühlte — aber ich hatte auch keinen Plan, was stattdessen passieren sollte. Diese Mitte zwischen „nicht loslassen“ und „nicht anfangen“ hat mich am meisten gekostet. Irgendeine Richtung ist besser als gar keine, solange du bereit bist, sie später anzupassen.

Checkliste zum Mitnehmen

Alle 5 Punkte als druckbares PDF zum Abhaken.

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Ich hätte mir gewünscht, das alles früher gewusst zu haben, statt es mir über Jahre selbst beizubringen. Wenn du gerade vor einer ähnlichen Immobilie stehst — egal ob geerbt, geschenkt oder gekauft — hoffe ich, dass dir wenigstens einer dieser fünf Punkte ein bisschen Zeit spart.